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Hospizarbeit in der Coronazeit:

13.12.2020 21:47

So viel Schutz wie nötig, so viel Begleitung wie möglich

Die Corona-Pandemie hat für viele Menschen eine soziale Dimension, die dem Hospizgedanken vielerorts geradezu entgegen läuft: Vereinsamung. Denn die Hospizbewegung setzt sich dafür ein, dass der Abschied vom Leben durch Mitmenschen begleitet wird. Dies gilt in besonderem Maße für lebensbedrohlich und lebensverkürzt erkrankte Kinder und Jugendliche. Der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst unter dem Dach des Caritativen Pflegedienstes Eichsfeld (CPE) begleitet seit 2012 schwerkranke Kinder und Jugendliche sowie deren Familien auf ihrem Lebensweg mit ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Allein 2020 nahmen 30 Familien die Begleitung des Hospizdienstes an. Ein weiteres großes Tätigkeitsfeld ist im Bereich der Trauerarbeit die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, die einen schweren Verlust erlebt haben.

 

„Mit Beginn der ersten Corona-Welle in diesem Frühjahr mussten wir unsere Arbeit durch die Kontaktsperre etwas einschränken und auf telefonische Gespräche ausweichen“, erklärt Christiane Klett, Koordinatorin des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes. „Mit unserem Projekt ,Emmaus Segelboot’ konnten wir dennoch ganz viele Kinder in ihrem Zuhause erreichen. Die Resonanz war überwältigend!“ Fast 150 Segeltuchteile wurden zur Gestaltung an kranke Kinder und deren Familien, an Trauerkinder und an Kinderheimgruppen geschickt. Innerhalb weniger Wochen kamen die bunten Kunstwerke zurück und wurden als Ganzes am vier Meter hohen Mast des Bootes, das im Haus Emmaus in Worbis liegt, befestigt. Christiane Klett: „Diese tolle Aktion zeigt, dass Hospizarbeit auch in Coronazeiten durch facettenreiche Möglichkeiten der Begleitung erfolgen kann.“

 

Eine Schwierigkeit gibt es jedoch: Durch Corona ist es dem CPE nicht möglich, in ausreichendem Maße für die vielfältige Arbeit des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes zu werben. Hinzu kommen wirtschaftliche Unsicherheiten bei potenziellen Unterstützern. Deswegen fallen die Spenden 2020 knapper aus als in den Vorjahren. Auch wenn die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen hauptsächlich von ehrenamtlich tätigen Helferinnen und Helfern geleistet wird, so müssen zum Beispiel Spielsachen oder Bastelmaterial bezahlt werden. „Wir freuen uns sehr, dass wir dem Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst mit unserer Spende unter die Arme greifen können. Gerade in schwierigen Zeiten dürfen wir nicht nachlassen. Es ist uns eine echte Herzensangelegenheit, die ungeheuer wichtige Hospizarbeit in unserer Region zu unterstützen“, betont Katharina Günther, Geschäftsführerin der Automobile Raimund Günther GmbH. Gemeinsam mit weiteren Spendern, wie Falk Wedekind vom gleichnamigen Containerdienst und René Stange von der Autohaus Peter Gruppe, kam eine Spende in Höhe von 2.000 Euro zusammen, die dem CPE am 11. Dezember 2020 im Beisein aller Koordinatorinnen übergeben wurde.

 

Die Spende ist auch eine Würdigung des Ehrenamtes, das am 5. Dezember seinen internationalen Feiertag beging. 1.500 ehrenamtlich tätige Menschen in der Hospizarbeit gibt es alleine in Thüringen. 36 davon arbeiten als Familienbegleiter beim Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst des CPE, einer Tochtergesellschaft des Eichsfeld Klinikums. Christiane Klett: „Wir können ehrenamtliches Engagement nicht hoch genug schätzen und freuen uns über jeden, der uns dabei unterstützen möchte.“

 

Hintergrund Kinder- und Jugendhospizarbeit

 

Kinder- und Jugendhospizarbeit ist ein besonderer Zweig der Hospizarbeit: Für Familien mit einem lebensbedrohlich oder lebensverkürzt erkrankten Kind ist es besonders schwierig, das vertraute Alltagsleben weiter zu führen. Täglich gibt es neue Herausforderungen. Die intensive Pflege, häufige Krankenhausaufenthalte und Arztbesuche erfordern viel Zeit und Kraft. Lebenspläne können brüchig werden. Der Kinder- und Jugendhospizdienst Eichsfeld/Unstrut-Hainich-Kreis bietet allen Betroffenen facettenreiche und wertvolle Unterstützung, um die Lebensfreude der erkrankten Kinder und Jugendlichen zu stärken, Zeit für Geschwisterkinder zu finden und die Eltern einfach zu entlasten.

 

Die Begleitungen in der Häuslichkeit: Für die Häuser Emmaus Worbis und Mühlhausen liegen entsprechende Infektionsschutzkonzepte vor. Außerdem wurden sowohl die 4 Koordinatorinnen als auch Ehrenamtliche intensiv geschult, so dass die Begleitungen in der Häuslichkeit entsprechend der Dringlichkeit durch die Koordinatorinnen und ausgewählte Ehrenamtliche erfolgen. Klett unterstreicht: „Schwerkranken und sterbenden Menschen die letzte Zeit ihres Lebens ihren Vorstellungen entsprechend zu gestalten, dafür ist unser Dienst bereits seit über 20 Jahren hier in der Region da.“

Haus Emmaus Worbis: 24h-Telefon: 036074 63- 9410 Elisabethstraße 61 (Eingang Amtsstraße 6), 37339 Leinefelde-Worbis

Haus Emmaus Mühlhausen: 24h-Telefon: 03601 4084530 Rosenhof 7, 99974 Mühlhausen

 

Weitere Informationen zu den Häusern Emmaus, den Hospizdiensten oder zum Ehrenamt unter: www.pflegedienst-thueringen.de

 

Spendenkonto

Caritativer Pflegedienst Eichsfeld, Kreissparkasse Eichsfeld

IBAN: DE88820570700300015933

Stichwort: Haus Emmaus Worbis, Stichwort: Haus Emmaus Mühlhausen